Rennertshofener CSU geht in den Untergrund

Besichtigung der Revisionsarbeiten im Wasserkraftwerk Bertoldsheim

Die Gelegenheit, tief in das Innere des Donau-Kraftwerks Bertoldsheim vorzudringen und sich dort einen authentischen Eindruck von den derzeit laufenden Revisionsarbeiten mit einem Blick auf eine trocken gelegte Turbine weit unter der Oberfläche des Bertoldsheimer Stausees zu verschaffen, ließ sich die CSU Rennertshofen zusammen mit Mitgliedern der Frauen Union und der Jungen Union nicht entgehen und setzte damit die Werksführungen in markanten Betrieben der Großgemeinde für ihre Mitglieder fort, um sich so aus erster Hand über Probleme und aktuelle Fragestellungen der Wirtschaft zu informieren.

Derzeit erfolgt die Großrevision des Laufwasserkraftwerks an der Donau bei Bertoldsheim, einem Ortsteil von Rennertshofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Eigentümerin der Wasserkraftanlage ist die Donau Wasserkraft AG, ein Gemeinschaftsunternehmen der Rhein-Main-Donau AG mit Sitz in München und der E.ON Wasserkraft GmbH, die auch für den Betrieb der Kraftwerke verantwortlich ist. So soll die Anlage wieder fit gemacht werden für die nächsten Jahrzehnte. Der Energiekonzern E.ON und die Rhein-Main-Donau-AG führen die Maßnahme zur Betriebssicherheit und optimalen Wassernutzung durch und investieren rund sieben Millionen € in das 1967 errichtete Stützschwellenkraftwerk. Für den Betreiber ist das eine wichtige Investition, denn durch regelmäßige Inspektionen und Revisionen wird für die nächsten Jahrzehnte ein sicherer Betrieb der Wasserkraftanlagen und damit ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz gewährleistet, erklärt E.ON.

E.ON betreibt entlang der Donau 14 Laufwasserkraftwerke, die zur Stromerzeugung den Höhenunterschied zwischen Oberwasser und Unterwasser, das sogenannte Gefälle, nutzen. Laufwasserkraftwerke verfügen im Normalfall über ein geringes Gefälle und einen hohen Wasserdurchfluss. Rund um die Uhr liefern sie Grundlaststrom. Um eine Kilowattstunde Energie zu gewinnen, müssen circa 400.000 Liter Wasser einen Meter in die Tiefe fallen.

E.ON ist einer der größten Wasserkraftbetreiber in Deutschland und damit einer der größten Erzeuger regenerativer Energie. Die von E.ON betriebenen Wasserkraftwerke in Deutschland erzeugen insgesamt 8,5 Milliarden Kilowattstunden regenerativen Strom. Sie sparen damit fast 6 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein. Viele der Kraftwerke wurden zum Beispiel durch Umgehungsgewässer, Fischpässe und Renaturierungsstrecken entlang der Flussufer ökologisch aufgewertet.

Mit Hilfe von drei Kaplanturbinen (Drehzahl 70 U/min) wird in Bertoldsheim bei einem Wasserdurchfluss von rd. 160 cbm/Sek. eine elektrische Leistung von etwa 18,9 MW erzeugt. Pro Jahr werden somit rund 124 Millionen Kilowattstunden Strom mit einer Frequenz von 16 2/3 Hertz erzeugt. Das Kraftwerk Bertoldsheim arbeitet ausschließlich für das Netz der Deutschen Bahn. Die dort umweltfreundlich erzeugte Energie würde rechnerisch für 35.000 durchschnittliche Privathaushalte reichen. Bis Mitte 2012 sind die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen.

Mit einem Fahrkorb bzw. über ein sog. Mannloch konnten die Teilnehmer tief in das Innere des Kraftwerks zur trocken gelegten vierflügeligen Turbine vordringen, wo riesig dimensionierte Leit- und Stützschaufeln nicht nur bei den Technikfreaks für eindrucksvolles Staunen sorgten.

Ein Rundgang zum Ober- und Unterwasser und durch die Maschinenhalle mit abschließender Diskussionsrunde im Baustellencontainer mit Christian Orschler und Carolin Patzner, die eigens aus Landshut angereist waren, beschloss den interessanten Nachmittag.

 

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